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DEMOKRATISCHE GELDSCHÖPFUNG UND GELDMENGEREGELUNG
Grundidee und Zweck der demokratischen Geldschöpfung und Geldmengenregelung
 
Wenn ich mir ansehe, wie unsere Bundesregierung, die exklusiv die Befugnis hat, Geld zu schöpfen, dieses schöpft, um es dann auf den offenen Markt zu bringen, wo sie es sich ausleiht und für den Gebrauch ihres eigenen Geldes Zinsen zahlt, scheint es mir, dass das zu weit geht. Mir konnte noch niemand eine auf Logik und Vernunft basierende Rechtfertigung liefern, warum die Bundesregierung sich ihr eigenes Geld ausleihen soll.
Das ist nicht nur umständlich, es ist Verschwendung. Es ist absolut unnötig. Ich glaube, eines Tages wird das Volk verlangen, das zu ändern. Ich glaube, eines Tages wird man Ihnen und mir sowie jedem anderen, der mit diesem Kongress zu tun hat vorwerfen, durch untätiges Herumsitzen dafür gesorgt zu haben, dass so ein idiotisches System fortbestehen konnte. Ich treffe diese Aussage nach Jahren der Forschung.
Wright Patman, Demokratischer US-Kongressabgeordneter 1928-76,  
Vorsitzender des Komitees für Bankwesen und Währung 1963-1975
 
Gliederung des thematischen Schwerpunkts:  
 

Als die im Herbst 2008 zusammengebrochen Banken und Börsen angeblich saniert worden waren, hat man gebetsmühlenartig wiederholt und versichert, die Krise sei vorbei. Doch nichts war vorbei, die Krise hatte gerade erst begonnen, die reale Wirtschaft zu würgen. Was wir erleben, ist der seit mehr als zwei Jahrhunderten bekannte Verlauf einer periodischen Wirtschaftskrise im real existierenden Kapitalismus, also der völlig freien Marktwirtschaft: Auf ein Mal, ohne dass es jemand geahnt hat, bricht zuerst das ganze Finanzsystem zusammen, danach die reale Wirtschaft. Was dann in der realen Wirtschaft vor sich geht, war immer dasselbe, was wir auch diesmal klar erkennen können. Immer mehr Unternehmen haben Absatzprobleme. Aus welchem Grund auch immer finden die angebotenen Güter und Leistungen keine Käufer. Einen besseren empirischen Beweis für das Fehlen der Nachfrage kann man sich kaum vorstellen. Diejenigen die Geld haben geben es ungern aus, und weil die Löhne sinken und die Zahl der Arbeitslosen und Armen wächst, gibt es auch immer mehr Menschen, die überhaupt kein Geld haben. Es ist naheliegend, dass in einer solchen Lage eine dem Wirtschaftssystem zugeführte Geldmenge die fehlende Kaufkraft schaffen würde und damit den Nachfragemangel beheben könnte.

Das hört sich einfach an, ist aber in der Praxis alles andere als einfach, weil es große Risiken in sich birgt. Das Problem liegt nämlich darin, dass der Marktwirtschaft nicht immer die Nachfrage fehlt. Man sollte also nicht auch dann zusätzliches Geld in die Wirtschaft „pumpen“, wenn kein Nachfragemangel vorhanden ist. Das wäre nicht nur unnötig, sondern würde unerwünschte - unter Umständen sogar gravierende - Folgen nach sich ziehen. Ist man sich dessen bewusst, kann man das Parlament bzw. die Regierung nicht einfach bemächtigen, Geld nach Lust und Laune zu schöpfen. Wie viel Geld geschöpft werden soll, darf die Regierung (Exekutive) nicht eigenmächtig und diskretionär (ad hoc) entscheiden, sondern muss durch eine demokratisch legitimierte Regelung bestimmt werden. Deshalb sprechen wir nicht nur von der demokratischen Geldschöpfung, sondern auch von Geldmengenregelung.

Um zu effizienten konkreten Lösungen für die Geldschöpfung zu kommen, werden wir herausfinden müssen, wie man den Nachfragemangel prognostizieren und diagnostizieren kann, nach welchen Regeln das Geld geschöpft werden, wer dieses bekommen sollte und einiges mehr. Außerdem werden wir uns bei der Suche nach der bestmöglichen Lösung nicht nur auf das Problem des Nachfragemangels beschränken können, sondern werden auch andere Aspekte der Wirtschaft berücksichtigen müssen, vor allem die Funktionsweise des Finanzsektors - der Banken und Börsen.

 
Wie es zum Nachfragemangel kommt und wie er mit Geld behoben werden kann  
 
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Die Regelung als Verfahren zur Bestimmung der optimalen Geldmenge  
 
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