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Das Geheimnis der Veränderung ist,
dass man sich mit all seiner Energie nicht darauf konzentriert, das Alte zu bekämpfen, sondern darauf, das Neue zu erbauen.
 
Sokrates ( *469 - †399 v. Chr. )  


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Paul Simek
Marktwirtschaft neu denken
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     Vorwort

Noch vor nicht allzu langer Zeit sollte die neoliberale Wirtschaftspolitik zugunsten der freien Marktwirtschaft und der Globalisierung als „alternativlos“ gelten, ja sogar von einer Zeit nach dem „Ende der Geschichte“ war bereits die Rede. Es sollten bald weltweit Zeiten eines davor nie gesehenen Wohlstandes für alle und für immer anbrechen. Doch stattdessen brach die größte Wirtschaftskrise - zunächst genannt Finanzkrise - seit fast einem Jahrhundert aus (2008). Es folgte eine groß angelegte Rettungsaktion der anderen und jedes Mal wurde die Bewältigung der Krise vollmundig angekündigt, doch sie hält jetzt schon ein Jahrzehnt lang an. Was die so genannten „Experten“ vorgeschlagen und die gutgläubigen Regierungen schleunigst umgesetzt haben, erwies sich bestenfalls als unnütz, in vielen Fällen sogar als kontraproduktiv. Die sonst so selbstsichere Eminenz aus Politik und Wirtschaft sowie die Ökonomen des neoliberalen Mainstreams sind schwer in Verlegenheit. Ihre gebetsmühlenartig wiederholte Lieblingsfloskel von Wachstum und Wohlstand durch „freie Märkte“ und wahrgenommene „Eigenverantwortung“ der Menschen kann nun nicht mehr verfangen. Folglich stellen immer mehr Beobachter und Kritiker der ökonomischen Entwicklung die neoliberale Theorie grundsätzlich in Frage. Sogar die noch vor kurzem totgesagte generelle Kapitalismuskritik ist wieder salonfähig. Das ist eine neue Erscheinung in den westlichen kapitalistischen Ländern. Vor noch nicht allzu langer Zeit, als der Kapitalismus nach dem Zusammenbruch des Kommunismus als Sieger der Geschichte galt, der sich nun endgültig weltweit durchsetzen würde, wäre eine solche radikale Kritik als völlig absurd zurückgewiesen worden.

Im vorliegenden Buch wird gezeigt, dass die neoliberale Wirtschaftspolitik nicht nur alles andere als „alternativlos“ ist, sondern auf einer Theorie beruht, die von Grund auf falsch ist, ja nicht einmal den grundsätzlichen Anforderungen an eine moderne Wissenschaft genügt. Die Theorie der freien Märkte und des grenzenlosen (globalen) Handels mit sogenannten „komparativen Vorteilen“ war eigentlich schon von Anfang an nur eine Ideologie im Interesse der westlichen Machteliten, namentlich der Kapitalbesitzer und Finanzbosse. Für sie schafft diese Theorie zweifellos die beste aller möglichen Welten, nicht aber für die große Mehrheit aller Menschen. Das wird in diesem Buch in aller Deutlichkeit und ohne Umschweife ausgesprochen. Aber wie wichtig und dringlich eine schonungslose Abrechnung mit der neoliberalen Theorie und ihrer Praxis auch sein mag, so ist sowohl Anlass als auch Zweck der Veröffentlichung dieses Buches ein anderer.

Neue Erkenntnisse darüber, was gegen das Versagen der freien Marktwirtschaft konkret und praktisch getan werden soll, lassen sich nicht aus einer Theorie gewinnen, mit der man schon seit Jahrzehnten nach solchen Erkenntnissen suchte, aber immer erfolglos geblieben ist. Voraussetzung hierfür ist ein wesentlicher Fortschritt des Denkens in der Wirtschaftswissenschaft. Es ist tatsächlich nicht weniger als ein radikaler Umbruch im Denken erforderlich, der einen analytischen Neubeginn einleitet - man nennt das „wissenschaftliche Revolution“ (nach Thomas Kuhn). In unserem Fall bedeutet dies, dass eine Alternative zur angeblich „alternativlosen“ neoliberalen Ordnung entwickelt werden soll, also ein neues Paradigma für die marktwirtschaftliche Ordnung, aus dem sich praktisch realisierbare Maßnahmen analytisch herleiten lassen, mit denen sich das Leben aller Menschen verbessern lässt, und zwar wirklich für alle und weltweit. Daher stammt der Titel „Marktwirtschaft neu denken“. In der Fachsprache nennt man eine solche Umstellung der wissenschaftlichen Forschung auf analytisch völlig neue Grundlagen Paradigmenwechsel. Diese Problematik wird hauptsächlich in Teil I behandelt, sowohl im allgemeinen erkenntnistheoretischen Sinne als auch in Bezug auf das entscheidende ökonomische Problem der freien Marktwirtschaft: nämlich das Problem des Gleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage. In diesem spezifisch wirtschaftstheoretischen Sinne bedeutet der in diesem Buch durchführte Paradigmenwechsel das Ersetzen der heute dominierenden angebotsorientierten Theorie des freien Marktes durch die reale Nachfragetheorie.

Eine Besonderheit und der Wert dieses neuen nachfrageorientierten Paradigmas liegt darin, dass die wichtigsten der neoliberalen Theorie zugrundeliegenden Bedingungen, unter denen die freie Marktwirtschaft angeblich perfekt funktionieren würde, wie etwa die vollkommene Transparenz und der so genannte völlig rationale homo oeconomicus, gar keine nötigen Voraussetzungen sind, eine gut funktionierende Marktwirtschaft zu realisieren. Dafür muss man aber ganz andere Dinge in die Praxis umsetzen als das, was die neoliberale Theorie vorschlägt. Es ist tatsächlich möglich, die Vorteile der Marktwirtschaft zu nutzen - wie etwa ihre einmalige Fähigkeit die Produktivität kontinuierlich zu steigern - aber ihre Nachteile zu minimieren. Durch richtige Wirtschaftspolitik ließen sich sogar die der freien Marktwirtschaft eigenen periodischen Konjunkturabstürze weitestgehend vermeiden. In der Praxis wird das sogar nicht besonders schwer erreichbar sein. Es ist nämlich weder nötig das private Kapital abzuschaffen noch einen moralische Verbesserung des Menschen herbeizuführen. Folglich wird man für die Verwirklichung einer besseren Wirtschaftsordnung keinen radikalen Umbruch der ganzen gesellschaftlichen Ordnung benötigen.

Wie die neuen Erkenntnisse, die aus dem neuen theoretischen Ansatz bzw. Paradigma hervorgehen, in konkrete praktische Maßnahmen umgesetzt werden können, wird in Teil II gezeigt. Die meisten dieser Maßnahmen beruhen auf dem Prinzip der Regelung, das neben der Steuerung zu den beiden Grundprinzipien gehört, wie sich sowohl technische als auch lebende Systeme lenken lassen. Das Prinzip Regelung wird zuerst im begrifflichen Rahmen der Kybernetik im Allgemeinen erörtert und dann auf die Marktwirtschaft angewandt. Die Alternative zur sogenannten freien Marktwirtschaft ist also die geregelte marktwirtschaftliche Ordnung. Gerade eine solche hatte der Vordenker und geistige Vater der Marktwirtschaft Adam Smith im Sinne, was ausführlich erläutert wird.

Hervorgehoben werden sollte hier noch, dass sich die neue paradigmatische Auffassung über die Funktionsweise der Marktwirtschaft mathematisch formulieren und modellieren lässt. Damit können die neuen Erkenntnisse streng mathematisch nachgewiesen und empirisch belegt werden, was den höchsten Ansprüchen an Wissenschaftlichkeit gerecht wird. Da das vorliegende Buch aber für eine möglichst große Leserschaft vorgesehen ist, wird die vollständige mathematische Analyse hier nicht durchgeführt. Den mathematischen Anhang hierfür kann sich der entsprechend interessierte Leser von der Website des Autors herunterladen: www.marktwirtschaft-neu-denken.de/ebook. Um den theoretischen Ansatz prinzipiell zu begreifen, reichen aber schon einfache numerische Beispiele aus, die dort wo es hilfreich ist mit einfachen Grafiken und Bildern veranschaulicht werden. Die fachspezifischen Sachverhalte werden in einer allgemein verständlichen Sprache erklärt, um beim nicht einschlägig vorgebildeten Leser keine Berührungsängste aufkommen zu lassen. Die verwendete Ausdrucksweise soll begeistern, überraschen, mitreißen und durchaus auch provozieren. Leidenschaft und hohe inhaltliche Qualität sind kein Widerspruch, sondern bedingen sich gegenseitig. In diesem Geiste ist das Buch entstanden und so soll es auch gelesen werden.

Zur weiterführenden Behandlung bestimmter Probleme werden dem interessierten Leser die im Text angegebenen Links zu den entsprechenden Stellen auf der Website des Autors angeboten. Dort werden im Kontext des neuen Paradigmas theoretische Zusammenhänge erläutert und mathematisch nachgewiesen, die den Rahmen des Buches sprengen würden. Darüber hinaus können dort auch Beispielrechnungen mithilfe von Simulationstools vom Leser eigenständig durchgeführt werden. Man kann das als einen ausgelagerten Anhang des Buches betrachten. Hierüber und über alles andere, was in diesem Buch steht, kann der Leser seine Meinung in den Diskussionsforen der Website äußern. Er ist auch ausdrücklich eingeladen, sich an den dort stattgefundenen Diskussionen zu beteiligen.

Auf ein Schlusswort o. ä. wird bewusst verzichtet. Jeder Leser soll sein Resümee selbst ziehen. Als eine kurze Bemerkung soll lediglich noch eines hinzugefügt werden: Da sich Regelungen auch auf andere gesellschaftliche Prozesse anwenden lassen, sind sie geeignet auch politische Systeme im Allgemeinen und die demokratische Staatsordnung im Besonderen besser zu machen. Das ist aber ein Thema für sich und muss eigenständigen Publikationen vorbehalten bleiben.

 
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Teil I  
EIN NEUES PARADIGMA FÜR DIE WIRTSCHAFTSWISSENSCHAFT  
Aufbau und Inhalt von Teil I dahin
  1: Wie die Theorie der liberalen Ordnung
entwickelt, verraten und verfälscht wurde
dahin
  2: Die Keynessche Nachfragetheorie:
ein überforderter Paradigmenwechsel
dahin
  3: Eine neue analytische Grundlage für
das nachfragetheoretische Paradigma
dahin
  4: Die Eignung der (realen) Nachfragetheorie
zur Erklärung marktwirtschaftlicher Tatsachen
dahin
Teil II  
REGELUNGEN FÜR EINE FUNKTIONIERENDE MARKTORDNUNG  
Aufbau und Inhalt von Teil II dahin
  5: Die neue Auffassung über die Affekte
als Geburtsort der geregelten Ordnung
dahin
  6: Wie der Mensch nach Smith wirklich ist
und seine Regeln für die Marktwirtschaft
dahin
  7: Die makroökonomischen Regelungen
für eine funktionierende Marktordnung
dahin
  8: Schuldenfreie Nachfrageschaffung
durch demokratische Geldmarktpolitik
dahin
Literatur: dahin
Inhaltsverzeichnis: dahin
Bemerkungen und Kommentare zum Buch dahin

 
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